Kurz vor dem Sommer vorgestellt, hätte man die NOMOS Glashütte Ahoi neomatik Ciel und Sable leicht als zwei saisonale Neuheiten abtun können. Einige Monate später zeigt sich ihr eigentlicher Reiz jedoch an anderer Stelle. Mit 36,3 mm Durchmesser, kaum mehr als 9 mm Höhe, 200 Metern Wasserdichtheit und dem Manufakturkaliber DUW 3001 liefern sie eine bemerkenswert elegante Interpretation der sportlichen Alltagsuhr.
Auf dieser Seite
- Ciel oder Sable, zwei Interpretationen derselben Uhr
- Die eigentliche Neuheit liegt vielleicht in den Proportionen
- 200 Meter Wasserdichtheit bei nur 9,1 mm Höhe
- Ein kleiner roter Ring, der einen großen Fehler verhindert
- DUW 3001: Mechanik im Dienst der flachen Bauweise
- Eine Sportuhr, die nicht wie eine Sportuhr aussieht
- Eine Ahoi, die ihre Reife erreicht hat
- Ciel oder Sable?
- Häufig gestellte Fragen

Manchmal liegt ein Unterschied zwischen der Art, wie eine Uhr bei ihrer Lancierung präsentiert wird, und dem, was sie wird, sobald der Reiz des Neuen verflogen ist. Als NOMOS Glashütte im vergangenen Juni die Ahoi neomatik Ciel und Sable enthüllte, rückte die sächsische Manufaktur ganz selbstverständlich Sonnentage, Badeausflüge und Urlaubsfarben in den Vordergrund. Die offizielle Kommunikation der Marke sprach vom Meer, von einem Leinenhemd, das man nach dem Schwimmen überstreift, und von zwei Zifferblättern, inspiriert vom Himmel und von sonnigen Ufern. Im Oktober hat diese Lesart kaum noch Berechtigung. Und das ist vielleicht auch gut so.


Denn befreit von ihrem sommerlichen Gewand offenbaren die beiden Ahoi, was wohl ihre größte Stärke ausmacht: ihre Vielseitigkeit. Eine echte sportliche Automatikuhr, robust genug für das Wasser, deren Abmessungen und flache Bauweise sie jedoch eher in die Nähe einer eleganten Uhr rücken als zu einer klassischen Tool Watch.
Ciel oder Sable, zwei Interpretationen derselben Uhr
Beide Varianten beruhen auf exakt derselben Architektur, besitzen aber recht unterschiedliche Persönlichkeiten.
Die Ahoi neomatik Ciel trägt ein sehr helles blaues Zifferblatt, kombiniert mit einem blau-schwarzen Textilband. Die Ahoi neomatik Sable antwortet darauf mit einem deutlich wärmeren, leicht goldenen Farbton und einem hellgrauen Textilband. In beiden Fällen belebt ein orangefarbener Zeiger für die kleine Sekunde die Komposition. Die rhodinierten Hauptzeiger und die Indizes sind mit Super-LumiNova belegt.

Auf dem Papier wirkt Ciel naturgemäß frischer und heller, während Sable eher auf Sanftheit setzt. Gerade Letztere gewinnt jedoch im Herbst eine neue Dimension. Ihre beigen und goldenen Töne harmonieren mühelos mit den Farben der Jahreszeit, während die Ciel dunkleren Outfits im Gegenteil einen hellen Akzent verleiht. Was im Juni noch wie eine Wahl zwischen Himmel und Strand aussah, wird so schlicht zu einer Frage des Charakters.
Die eigentliche Neuheit liegt vielleicht in den Proportionen
Ganz neu sind diese Farben bei NOMOS nicht. Ciel und Sable waren bereits in Form der Modelle neomatik 38 Datum mit 38,5 mm zur Ahoi Familie gestoßen. Ihre Ankunft 2026 in dieser datumslosen Ausführung mit 36,3 mm verändert die Balance der Uhr jedoch spürbar. Mehrere Beobachter sahen in den kompakteren Proportionen und dem Wegfall des Datumsfensters denn auch die interessanteste Entwicklung dieser beiden Referenzen.
Das Zifferblatt gewinnt an Klarheit. Stunden, Minuten, kleine Sekunde bei 6 Uhr: mehr nicht.

Eine Schlichtheit, die besonders gut zur Formensprache von NOMOS passt und den Farben Raum lässt, ohne die Uhr zur stilistischen Fingerübung zu machen. Mit 36,3 mm Durchmesser sind wir zudem weit entfernt vom Größenwettlauf, den die Sportuhr lange erlebt hat. Die Ahoi behält allerdings die für NOMOS typischen langen Bandanstöße, die ihr am Handgelenk mehr Präsenz verleihen, als ihr Durchmesser vermuten ließe.
200 Meter Wasserdichtheit bei nur 9,1 mm Höhe
Hier wird die Ahoi wohl erst richtig spannend. Mit Saphirglasboden misst das Gehäuse nur 9,1 mm in der Höhe. Die Variante mit geschlossenem Boden kommt sogar auf 9,0 mm. In beiden Fällen bleibt sie bis 20 atm wasserdicht, also bis 200 Meter, und NOMOS gibt ausdrücklich an, dass die Uhr zum Tauchen verwendet werden kann.

Diese Kombination ist eher ungewöhnlich. Die meisten Uhren mit einer solchen Wasserdichtheit zeigen ihre Fähigkeiten durch eine kräftige Präsenz am Handgelenk: dickes Gehäuse, Drehlünette, massive Krone oder eine bewusst demonstrative Architektur. Nichts davon hier.
Optisch bleibt die Ahoi neomatik nah an der gewohnten Welt von NOMOS. Und doch ist die Krone verschraubt und geschützt, der Boden wird von sechs Schrauben gehalten, und das gewölbte Saphirglas ist beidseitig entspiegelt. Die Manufaktur fasst diese Philosophie selbst recht treffend zusammen: robust, wo es sein muss, und überall sonst raffiniert.
Ein kleiner roter Ring, der einen großen Fehler verhindert
Ein Detail verdient ebenfalls Aufmerksamkeit. Die verschraubte Krone besitzt einen roten Sicherheitsring. Solange dieser sichtbar bleibt, ist die Krone nicht vollständig festgezogen, und die Uhr sollte nicht ins Wasser. Es genügt dann, weiterzuschrauben, um sie für das Wasser bereit zu machen.
Das Prinzip ist einfach, sofort verständlich und ziemlich clever. Auf dem Gehäuseboden erinnert zudem ein kleiner gravierter Wal an die Wasserqualitäten der Ahoi. Genau dieses Symbol nutzt NOMOS, um eine Wasserdichtheit von 200 Metern zu kennzeichnen. Wir haben es also durchaus mit einer leistungsfähigen Sportuhr zu tun, auch wenn ihr Äußeres das nie hinausposaunen will.

DUW 3001: Mechanik im Dienst der flachen Bauweise
Die schlanke Linie des Gehäuses verdankt viel dem Werk, das es antreibt.
Das DUW 3001 ist ein Automatikkaliber, das NOMOS in Glashütte entwickelt und fertigt. Es misst nur 3,2 mm in der Höhe bei 28,8 mm Durchmesser, besitzt 37 Steine und bietet bis zu 43 Stunden Gangreserve. Genau diese geringe Bauhöhe erlaubt es der Manufaktur, eine sportliche Automatikuhr mit 200 Metern Wasserdichtheit anzubieten und das Gehäuse dennoch bei rund 9 mm zu halten.

Das Werk ist außerdem mit dem NOMOS Swing System, der DUW Regulierung und einem in beide Richtungen aufziehenden Rotor ausgestattet. Es wird in sechs Lagen reguliert. Bei der Dekoration finden sich die Glashütter Codes wieder: Dreiviertelplatine, Glashütter Streifenschliff, NOMOS Perlage und gebläute Schrauben. Wer den Saphirglasboden wählt, kommt natürlich in den Genuss dieses Schauspiels. Wer den Stahlboden wählt, gewinnt ein Zehntel Millimeter,… und 300 Euro.
Eine Sportuhr, die nicht wie eine Sportuhr aussieht
Genau darin liegt letztlich die Besonderheit dieser Ahoi.
Sie versucht weder, die Codes der Taucheruhr zu kopieren, noch einer Sportuhr mit integriertem Band oder einem überdimensionierten technischen Instrument zu ähneln. Vielmehr überträgt sie die Codes von NOMOS auf ein sportliches Lastenheft.


Ein zurückhaltender Durchmesser. Ein sehr gut ablesbares Zifferblatt. Eine kleine Sekunde. Ein besonders flaches Gehäuse. Ein wasserfestes Textilband. Und hinter dieser scheinbaren Einfachheit eine verschraubte Krone und 200 Meter Wasserdichtheit. Auch das Band selbst trägt zu dieser Vielseitigkeit bei. Eigens für NOMOS in Frankreich gefertigt, ist es gewebt, wasserfest und dafür gemacht, im Alltag ebenso getragen zu werden wie beim Schwimmen. Es geht also nicht mehr wirklich darum, direkt vom Strand zum Abendessen zu wechseln. Im Oktober könnte es eher heißen: von der Radtour ins Meeting, vom Wochenende in die Arbeitswoche oder einfach vom Pullover zum Hemd, ohne sich fragen zu müssen, ob die Uhr noch passt.
Eine Ahoi, die ihre Reife erreicht hat
Neu ist die Ahoi Familie im Übrigen nicht.
Sie wurde bereits 2013 in der Kategorie „Sportliche Dynamik“ ausgezeichnet, bevor die Ahoi Atlantik 2015 ihrerseits einen ersten Platz in der Kategorie „Sportuhr“ errang. Dreizehn Jahre später revolutionieren die neuen Ciel und Sable die Formel also nicht. Sie verfeinern sie.

Der kleinere Durchmesser, der Verzicht auf das Datum und die beiden vergleichsweise sanften Zifferblätter machen die Idee, die seit jeher hinter der Ahoi steht, vielleicht sogar noch klarer erkennbar: eine echte Sportuhr zu bauen, ohne ihr zwangsläufig das Aussehen einer Sportuhr zu geben.
Ciel oder Sable?
Bleibt natürlich die Qual der Wahl.
Ciel ist wohl die auf Anhieb markantere. Ihr hellblaues Zifferblatt kontrastiert mit dem blau-schwarzen Band und dem Orange der kleinen Sekunde. Sie setzt einen Farbakzent, ohne überschwänglich zu wirken.

Sable ist dezenter und vielleicht überraschender. Ihr leicht schimmerndes goldenes Zifferblatt verändert sich mit dem Licht und fügt sich besonders gut in einen eleganteren Rahmen ein. NOMOS selbst betont übrigens die Farbspiele, die ihre Oberfläche je nach Beleuchtung erzeugt.

Zwei unterschiedliche Ansätze, aber ein und dasselbe Angebot. Und mit einigen Monaten Abstand zu ihrer Vorstellung ist es wohl genau das, was man festhalten sollte: Die Ahoi neomatik Ciel und Sable sind keine Sommeruhren. Es sind Alltagsuhren, denen NOMOS einfach Farbe verliehen hat.
Technische Daten, NOMOS Ahoi neomatik Ciel und Sable
| Gehäuse | Edelstahl |
|---|---|
| Durchmesser | 36,3 mm |
| Höhe | 9,1 mm mit Saphirglasboden; 9,0 mm mit Stahlboden |
| Glas | gewölbtes Saphirglas, innen und außen entspiegelt |
| Krone | verschraubt, mit Kronenschutz und rotem Sicherheitsring |
| Wasserdichtheit | 20 atm / 200 Meter |
| Werk | NOMOS Manufakturkaliber DUW 3001 mit Automatikaufzug |
| Werkabmessungen | 28,8 mm × 3,2 mm |
| Steine | 37 |
| Gangreserve | bis zu 43 Stunden |
| Funktionen | Stunden, Minuten, kleine Sekunde, Sekundenstopp |
| Band Ciel | Textil blau-schwarz, gewebt, wasserfest |
| Band Sable | Textil hellgrau, gewebt, wasserfest |
| Bandanstoß | 18 mm |
| Referenzen Ciel | 568 mit Saphirglasboden / 568.SB mit Stahlboden |
| Referenzen Sable | 569 mit Saphirglasboden / 569.SB mit Stahlboden |


Preis und Verfügbarkeit
In Frankreich bietet NOMOS die Ahoi neomatik Ciel und Sable ab 3.260 € mit Stahlboden an. Die Referenzen mit Saphirglasboden kosten 3.560 €. Beide Modelle sind derzeit im französischen Katalog der Manufaktur gelistet.
Häufig gestellte Fragen
Zwei Versionen der Ahoi neomatik von NOMOS Glashütte, einer Sportuhr im kompakten Format. Ciel kommt an einem blau-schwarzen Textilband, Sable an einem hellgrauen Textilband.
36,3 mm Durchmesser bei 9,1 mm Höhe mit Saphirglasboden (9,0 mm mit Stahlboden), 18 mm Bandanstoß.
20 atm, also 200 Meter, unter anderem dank einer verschraubten Krone mit Kronenschutz und einem roten Sicherheitsring, der anzeigt, dass sie nicht verschraubt ist.
Das NOMOS Manufakturkaliber DUW 3001 mit Automatikaufzug: 28,8 mm × 3,2 mm, 37 Steine, bis zu 43 Stunden Gangreserve, mit Sekundenstopp.
Ciel: 568 (Saphirglasboden) und 568.SB (Stahlboden). Sable: 569 (Saphirglasboden) und 569.SB (Stahlboden).



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