
Manche Uhren wollen die Blicke auf sich ziehen. Andere verlangen, dass man näher herantritt.
Auf dieser Seite
- TORIC, eine Gründungskollektion
- Die Grenage, lebendiges Gedächtnis eines Handwerks
- Die Komplikation der Einfachheit
- PF780: Gold im Herzen der Mechanik
- Eleganz bis ins Armband
- Morning Blue, eher ein Licht als eine Farbe
- Eine Dresswatch für heute
- Tradition als lebendiges Material
- Technische Daten
- Häufig gestellte Fragen
Die TORIC Petite Seconde Platinum Morning Blue gehört entschieden zur zweiten Familie. Bei Parmigiani Fleurier, der Manufaktur aus dem Val-de-Travers, bemisst sich Eleganz nicht an der Fülle der Anzeigen, an der Zurschaustellung edler Materialien oder an technischer Demonstration. Sie zeigt sich in den Proportionen eines Gehäuses, in der Textur eines Zifferblatts, in der Haptik eines Armbands oder in der Handbewegung, mit der man ein mechanisches Werk aufzieht.
Diese neue Interpretation der TORIC bündelt damit eine Philosophie, die Parmigiani Fleurier seit den Anfängen begleitet: das Wissen der traditionellen Uhrmacherei zu bewahren, um es umso besser in der Gegenwart zu verankern. Eine Sichtweise, die unmittelbar auf den Werdegang von Michel Parmigiani zurückgeht, dessen Erfahrung als Restaurator die Identität des Hauses tief geprägt hat.
TORIC, eine Gründungskollektion

Als Michel Parmigiani 1996 die TORIC ins Leben ruft, wird die Kollektion zum ersten vollständigen uhrmacherischen Ausdruck seiner Vision. Sein Ziel ist dabei nicht, die Vergangenheit mechanisch zu kopieren, sondern eine Kultur, Handgriffe und Prinzipien zu bewahren, damit sie weiterleben können.
Die Kollektion entsteht im Nachgang der Quarzkrise, in einer Zeit, in der die Kultur der mechanischen Uhr stark geschwächt war. TORIC wird so zu einer echten Absichtserklärung: die traditionellen Fertigkeiten der Haute Horlogerie zu verteidigen und sie zugleich in die Zukunft zu führen.
Ihre fein gerändelte Lünette, inspiriert vom Rhythmus der Profile klassischer Architektur, verleiht dem Ornament eine strukturelle Dimension. Ihre Proportionen wiederum zeugen von Michel Parmigianis Interesse an natürlicher Geometrie, mathematischer Harmonie und ausgewogenen Formen.
Drei Jahrzehnte später greift die zeitgenössische TORIC diesen Gedanken auf. Sie will keine vergangene Ästhetik wiederbeleben. Vielmehr fragt sie, was eine große Dresswatch heute sein kann.
„Mit TORIC wollten wir die Vergangenheit nicht wiederbeleben, sondern neu formulieren. Die Dresswatch verdiente einen freieren Ausdruck: intimer, haptischer und selbstbewusster“, erklärt Guido Terreni, CEO von Parmigiani Fleurier.
Die Grenage, lebendiges Gedächtnis eines Handwerks

Die TORIC Petite Seconde Platinum Morning Blue trägt diese Philosophie bis in ihr Zifferblatt.
Hinter der scheinbaren Schlichtheit verbirgt sich eines der eigenwilligsten Handwerke dieser Kreation: die Grenage, eine vollständig von Hand ausgeführte Körnung auf einem Zifferblatt aus 18 Karat Weißgold.
Diese alte Technik knüpft direkt an die Restaurierungsarbeit von Michel Parmigiani an. Sie reicht ins 17. Jahrhundert zurück und beruht auf einer Rezeptur aus unter anderem Weinstein, Meersalz, Silber und demineralisiertem Wasser. Der Gründer des Hauses stieß während seiner Tätigkeit als Restaurator auf dieses Verfahren, bewahrte es und gab das Wissen schließlich persönlich an die Zifferblattmacher von Parmigiani Fleurier weiter.
Jeder Arbeitsschritt erfolgt von Hand.
Zunächst wird eine Paste auf der Goldoberfläche verteilt und anschließend mit verschiedenen Bürsten in kreisenden Bewegungen und in alle Richtungen bearbeitet. Weil das Silber lichtempfindlich ist, muss der Handwerker sogar im Halbdunkel arbeiten.
Eine erste, harte Bürste bereitet die Oberfläche vor. Zunehmend feinere und weichere Werkzeuge verfeinern danach die Körnung. Dabei handelt es sich nicht um bloße mechanische Wiederholung: Der Handwerker spürt unter seinen Fingern, wie sich der Widerstand verändert, bis die Silberpartikel am Zifferblatt zu haften beginnen.
Das Ergebnis trägt zwangsläufig die Handschrift dessen, der es geschaffen hat. Jedes Zifferblatt besitzt so seine eigenen Nuancen in Textur und Licht.
Diese Abweichungen gelten nicht als Makel. Sie sind gerade der Beweis für den menschlichen Eingriff, für das Feingefühl und das Urteilsvermögen, die diese Veredelung verlangt.
Mit Morning Blue wird dieses Handwerk noch ausdrucksstärker. Die Grenage ist nicht mehr nur dekorative Veredelung: Sie verleiht der Farbe ihre Tiefe und verändert die Wahrnehmung des Zifferblatts je nach Lichteinfall.
Die Komplikation der Einfachheit

Nur drei Anzeigen: Stunden, Minuten und kleine Sekunde.
Doch hinter dieser scheinbaren Selbstverständlichkeit steckt eine besonders durchdachte Konstruktion.
Das Zifferblatt ist „chevé“ gearbeitet: Seine Oberfläche neigt sich zum Rand hin allmählich ab und schafft so einen subtilen Übergang zwischen dem Zentrum, der Minuterie und dem Gehäuse. Diese Architektur ist von den Formzifferblättern der Mitte des 20. Jahrhunderts inspiriert, wird hier jedoch mit einer deutlicheren Stufe neu interpretiert, um jede nostalgische oder allzu vintagehafte Lesart zu vermeiden.
Die Alpha-Zeiger, die applizierten Indizes und der Hilfszähler der kleinen Sekunde besetzen den Raum mit Zurückhaltung.
Bei 12 Uhr weicht der übliche Name des Hauses dem PF-Emblem. Eine Entscheidung, die zu diesem Wunsch nach Diskretion beiträgt: Die Identität von Parmigiani Fleurier will sich nicht aus der Ferne aufdrängen. Sie erschließt sich aus der Nähe, wenn der Blick auf den Details verweilt.
Das Gehäuse aus poliertem 950er Platin misst 40,6 mm im Durchmesser bei nur 8,8 mm Höhe. Seine fein gerändelte Lünette führt die architektonische Formensprache der Kollektion rund um das handgekörnte Zifferblatt fort.
Das Platin wirkt hier ebenso über das Gefühl wie über die Optik. Sein weißer, sanfter Ton bleibt dezent, während seine Dichte sofort spürbar wird, sobald man die Uhr in der Hand hält.
PF780: Gold im Herzen der Mechanik

Hinter dieser äußeren Schlichtheit arbeitet eine Mechanik, die für sich allein Aufmerksamkeit verdient.
Durch den Saphirglasboden sichtbar, ist das Kaliber PF780 ein Manufakturwerk mit Handaufzug, gefertigt aus 18 Karat Roségold. Die Wahl dieses Materials für die tragenden Elemente des Werks stellt besonders hohe Anforderungen an Bearbeitung und Finissage.
Seine Architektur gruppiert sich um zwei große Brücken und zwei sichtbare Federhäuser.
Diese Konstruktion mit doppeltem Federhaus geht auf Überlegungen aus Michel Parmigianis Erfahrung als Restaurator zurück: die Energie gleichmäßiger abzugeben, um Belastung und Verschleiß im Räderwerk zu verringern.
Bei Parmigiani Fleurier werden diese funktionalen Elemente zugleich zu ästhetischen. Die beiden Federhäuser sind nicht verborgen. Sie stehen im Zentrum der Komposition und lassen den Betrachter die Logik des Mechanismus nachvollziehen.
Die Roségoldbrücken tragen Côtes de Fleurier, ein Dekor nach dem Vorbild traditioneller, sich kreuzender Wellen. Auch hier hat die Hand des Menschen Vorrang: Die Verzierung entsteht auf einer alten, nockengesteuerten Guillochiermaschine statt mit einem elektronisch gesteuerten Verfahren.
Mit nur 157 Bauteilen und 27 Rubinen ist das PF780 gerade einmal 3,15 mm hoch. Es schwingt mit 4 Hz, also 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, und bietet eine Gangreserve von 60 Stunden.
Der Handaufzug schließlich verleiht dem Erlebnis eine persönliche Note. Jede Drehung der Krone stellt einen direkten Kontakt zwischen Besitzer und Mechanismus her. Da es keinen Rotor gibt, bleiben die Architektur des Werks und seine Finissierungen vollständig sichtbar.
Eleganz bis ins Armband

Der Anspruch von Parmigiani Fleurier endet selbstverständlich nicht bei Gehäuse und Uhrwerk.
Die TORIC Petite Seconde Platinum Morning Blue sitzt an einem Armband aus Alligator-Nubuk in Akoya-Grau. Seine matte, samtige Oberfläche antwortet ganz natürlich auf die Textur des Zifferblatts und schafft eine Harmonie, die auf den Materialien beruht statt auf farblichem Kontrast.
Das Armband erfordert rund zwanzig Arbeitsschritte von Hand und zwei Tage Arbeit. Seine sechs Lagen werden von Hand geformt und zusammengefügt. Die sichtbare Naht folgt dem italienischen Prinzip des punto a mano, mit einem kurzen Stich gefolgt von einem längeren Abstand, eine dezente Reminiszenz an die neapolitanische Schneidertradition.
Eine Dornschließe aus 950er Platin vervollständigt das Ensemble.
Die Wahl dieser Schließe statt einer Faltschließe erlaubt es, das Armband vollständig zu öffnen, ohne dass eine Metallklinge den Blick auf das Werk auf der Rückseite der Uhr stört.
Jedes Element trägt so zu einem stimmigen Erlebnis bei: die Haptik des Nubuks, die Dichte des Platins, das vom gekörnten Zifferblatt gestreute Licht, das Aufziehen von Hand und die Entdeckung des Roségoldkalibers.
Morning Blue, eher ein Licht als eine Farbe
Der Name dieser neuen TORIC könnte vermuten lassen, das Blau sei ihr wichtigstes ästhetisches Argument.
Weit gefehlt.
Bei Parmigiani Fleurier ist Morning Blue als letzte Modulation einer uhrmacherischen Architektur gedacht. Die Farbe soll Charakter besitzen, ohne aufdringlich zu werden, sich in ihre Umgebung einfügen und über Moden hinaus Bestand haben.
Morning Blue beschwört genau jenen Moment, in dem der Himmel das erste Licht empfängt. Weder Nachtblau noch leuchtendes Blau, bewahrt der Farbton eine sanfte Helligkeit und eine maßvolle Präsenz.
Auf dem Zifferblatt aus 18 Karat Weißgold wird er durch die handgefertigte Grenage verwandelt. Die Oberfläche reflektiert das Licht nicht direkt: Sie streut es über tausende winzige Unregelmäßigkeiten.
So verändert sich die Wahrnehmung des Zifferblatts mit dem Winkel des Handgelenks, von kühleren Nuancen hin zu helleren Tönen.
Das Morning Blue tritt in Dialog mit dem Weiß des Platins und der matten Weichheit des Akoya-Grey-Armbands. Die Farbe wird so weniger zum Thema als zur Atmosphäre.
Eine Dresswatch für heute

Die TORIC Petite Seconde Platinum Morning Blue beansprucht den Status einer Dresswatch, löst sich aber von den Kleidervorschriften, die traditionell damit verbunden sind.
Sie passt zum Sakko ebenso wie zu Kaschmir, zu feinem Strick oder zu einer lässigeren Silhouette. Ihre Eleganz hängt nicht mehr von einem besonderen Anlass ab. Sie beruht auf einer persönlichen Art, das Objekt zu tragen und zu betrachten.
Hier zeichnet sich das Konzept des „Private Luxury“ ab, für das Parmigiani Fleurier steht: ein Stück, das man weniger wegen der Anerkennung wählt, die es verschafft, als wegen des Wissens, der Emotion und der Freude, die in ihm stecken.
Die TORIC ist nicht dafür gemacht, aus der Ferne aufzufallen.
Sie belohnt die Nähe.
Man muss näher herangehen, um die Körnung des Zifferblatts zu erkennen, zu beobachten, wie sich das Licht auf seiner Oberfläche verteilt, die Präzision der Proportionen zu würdigen, die Côtes de Fleurier auf den Werkbrücken zu entdecken oder das besondere Gewicht des Platins zu spüren.
Alles ist eine Frage der Details.
Tradition als lebendiges Material
Mit dieser TORIC Petite Seconde Platinum Morning Blue setzt Parmigiani Fleurier letztlich den 1996 begonnenen Gedanken fort.
Das Haus will altes Handwerk nicht in einer musealen Sicht erstarren lassen. Es nutzt es als lebendiges Material.
Die Grenage, wiederentdeckt dank der Restaurierungsarbeit von Michel Parmigiani, erhält eine zeitgemäße Funktion. Die Guillochierung der Brücken stützt sich auf eine alte Maschine und auf die Hand des Handwerkers. Der Handaufzug schafft eine direkte Beziehung zur Mechanik. Das Platin behauptet sich durch seine Dichte statt durch seinen Glanz. Und das Blau des Morning Blue verleiht dem Ganzen ein neues Licht, ohne je die Oberhand über die Architektur der Uhr zu gewinnen.
Die TORIC Petite Seconde Platinum Morning Blue ist also keine Beschwörung der Vergangenheit.
Sie ist deren Neuinterpretation.
Eine Uhr, die daran erinnert, dass die uhrmacherische Tradition nur so lange wirklich lebendig bleibt, wie sie weiter erschafft.
Technische Daten

| Referenz | PFC940-2010008-300181 |
|---|---|
| Gehäuse | poliertes 950er Platin mit gerändelter Lünette |
| Durchmesser | 40,6 mm |
| Höhe | 8,8 mm |
| Krone | 6 mm |
| Glas | Saphirglas, entspiegelt |
| Boden | Saphirglas, entspiegelt |
| Wasserdichtigkeit | 30 Meter |
| Zifferblatt | 18 Karat Weißgold, Finish Morning Blue, Grenage von Hand |
| Indizes | Appliken aus rhodiniertem 18 Karat Gold, von Hand aufgesetzt |
| Funktionen | Stunden, Minuten, kleine Sekunde |
| Zeiger | Stunden und Minuten aus rhodiniertem 18 Karat Gold; kleine Sekunde aus rhodiniertem Stahl |
| Uhrwerk | PF780, Manufakturkaliber mit Handaufzug aus 18 Karat Roségold |
| Architektur | zwei Federhäuser, kleine Sekunde |
| Werkdurchmesser | 28,4 mm |
| Werkhöhe | 3,15 mm |
| Anzahl Bauteile | 157 |
| Rubine | 27 |
| Frequenz | 28.800 Halbschwingungen/Stunde, also 4 Hz |
| Gangreserve | 60 Stunden |
| Dekoration | Côtes de Fleurier, von Hand anglierte Brücken |
| Armband | Alligator-Nubuk in Akoya-Grau, handgenäht |
| Schließe | Dornschließe aus 950er Platin |
| Gravur auf dem Boden | Seriennummer, „SWISS MADE“ und „PARMIGIANI FLEURIER“ |
Häufig gestellte Fragen
Eine Dresswatch aus der TORIC, der Gründungskollektion von Parmigiani Fleurier, mit einem Gehäuse aus 950er Platin und einem handgekörnten Zifferblatt aus Weißgold im Finish Morning Blue.
Das PF780, ein Manufakturkaliber mit Handaufzug aus 18 Karat Roségold und zwei Federhäusern: 157 Bauteile, 27 Rubine, 4 Hz und 60 Stunden Gangreserve, verziert mit Côtes de Fleurier.
40,6 mm Durchmesser bei 8,8 mm Höhe, mit gerändelter Lünette, Saphirglas und Saphirglasboden, wasserdicht bis 30 Meter.
Eine Veredelungstechnik von Hand, die dem Zifferblatt eine fein gekörnte, leuchtende Oberfläche verleiht, ein historisches Handwerk, das Parmigiani Fleurier weiterführt.
PFC940-2010008-300181. Die Uhr zeigt Stunden, Minuten und kleine Sekunde an, mit von Hand gesetzten Indizes aus rhodiniertem 18 Karat Gold.



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