Mit der neuen Chapitre 7 Skeleton verabschiedet sich BA111OD vom Anthrazit der ersten Version und lässt den Stahl in seiner natürlichen Farbe sprechen. Eine scheinbar einfache ästhetische Weiterentwicklung, die jedoch die Wahrnehmung dieser sportlich-eleganten Uhr mit durchbrochenem Automatikwerk grundlegend verändert. Heller, frischer und vielleicht auch ausdrucksstärker, findet diese neue Interpretation ihre Inspiration ganz natürlich an den Ufern des Neuenburgersees.

Auf dieser Seite
- BA111OD, Schweizer Uhrmacherkunst anders gedacht
- Nach dem Schatten das Licht
- Ein Zifferblatt, das fast keines mehr ist
- Das Soprod P024-SQ betritt die Bühne
- Stahl oder Gletscherblau
- Neuchâtel als Spielfeld
- Eine Chapitre 7, die sich leichter zähmen lässt?
- Preis und Verfügbarkeit
- Eine Mechanik, die stärker atmet
- Häufig gestellte Fragen
BA111OD, Schweizer Uhrmacherkunst anders gedacht
Es gibt Marken, die um ein Produkt herum entstehen. Andere um eine Geschichte. BA111OD ist zunächst um eine Idee herum entstanden. Als Thomas Baillod die Marke im Oktober 2019 lanciert, nach rund zwanzig Jahren in der Uhrenwelt, geht es ihm weniger darum, die Schweizer Uhr umzukrempeln, als vielmehr die Art und Weise zu hinterfragen, wie sie ihrem Publikum angeboten wird. BA111OD entwickelt sich so von einem Labor zu einer echten, unabhängigen Uhrenmanufaktur mit einem eigenständigen kommerziellen und gemeinschaftlichen Ansatz.

Thomas Baillod sprach in unseren Spalten übrigens von seinem Konzept des « We-commerce », das auf einer direkten Beziehung zu den Liebhabern und einer Gemeinschaft von «Afluendors» beruht. Die Idee: statt systematisch die Herstellungskosten einer mechanischen Uhr zu senken, vor allem an den Vertriebskosten zu arbeiten, um die Schweizer Uhrmacherkunst und bestimmte Komplikationen zugänglicher zu machen.
Dieser Wille bedeutete jedoch nie, auf eine uhrmacherische Identität zu verzichten. BA111OD hat ihren Sitz in Neuchâtel, ihre Uhren sind Swiss Made, intern entworfen und in ihrer Neuenburger Werkstatt montiert, beziehungsweise in La Chaux-de-Fonds, wenn es insbesondere um ihre Tourbillons geht. Die Marke beansprucht zudem ein uhrmacherisches Familienerbe, das rund 250 Jahre zurückreicht.

Im Laufe ihrer «Chapitres» hat BA111OD so eine wiedererkennbare Formsprache entwickelt: zeitgenössische Architekturen, häufig auf 4 Uhr versetzte Kronen, integrierte Armbänder, Kontraste in der Verarbeitung und ein gewisser Wille, die Mechanik unmittelbar erlebbar zu machen.






Die Chapitre 7 fasst diese Philosophie wahrscheinlich besser zusammen als jede andere. Thomas Baillod beschrieb sie uns übrigens im vergangenen Januar als eine Art «Schweizer Taschenmesser unter den Uhren»: sportlich genug, um ohne übertriebene Vorsicht getragen zu werden, aber elegant genug, um einen Ausgang in der Stadt zu begleiten. Eine Vision des alltäglichen Sport-Chic, die heute einen noch mechanischeren Ausdruck findet.

Nach dem Schatten das Licht
Die Chapitre 7 Skeleton erschien erstmals im vergangenen Mai in einer sehr ausdrucksstarken Ausführung: Gehäuse und Armband mit einer anthrazitfarbenen PVD-Beschichtung versehen, durchbrochene Architektur und sichtbares Werk verliehen dem Ganzen einen dunklen, technischen und fast industriellen Charakter.

Einige Wochen später bietet BA111OD eine radikal andere Lesart an, ohne das Wesentliche anzutasten. Gleiche Architektur. Gleiches Werk. Gleiche Abmessungen. Gleiche Philosophie. Aber keine Anthrazitbeschichtung mehr. Der rostfreie Stahl 316L findet hier zu seiner natürlichen Farbe zurück und damit auch zu seiner Fähigkeit, das Licht einzufangen. Auf dem Papier ist das letztlich eine recht elementare Veränderung, visuell jedoch deutlich bedeutender. Wo die erste Skeleton gerne mit Schatten spielte, arbeitet diese neue Version mit Reflexen. Und genau das steht ihr gut.

Das 40 mm große Gehäuse behält seine geometrische Konstruktion und seine zahlreichen Facetten bei. Gebürstete Flächen treten in Dialog mit polierten Partien, wodurch sich die Wahrnehmung der Uhr je nach Ausrichtung des Handgelenks und Lichtverhältnissen verändert. Die Krone bleibt auf 4 Uhr positioniert und trägt zu dieser Asymmetrie bei, die zu einem der stilistischen Markenzeichen von BA111OD geworden ist. Die Uhr misst zudem gemäß den derzeit von der Marke veröffentlichten Angaben 10,5 mm in der Höhe bei 47 mm von Horn zu Horn, Proportionen, die mit ihrer sportlich-eleganten Ausrichtung übereinstimmen.

Ein Zifferblatt, das fast keines mehr ist
Die wahre Persönlichkeit dieser Chapitre 7 liegt natürlich in ihrer durchbrochenen Architektur. Hier hat das Zifferblatt nicht mehr die Funktion, die Mechanik zu verbergen. Es wird im Gegenteil zur Struktur, durch die sich diese zeigt.
BA111OD hat mit verschiedenen Texturen gearbeitet, um den mitunter unübersichtlichen Effekt mancher Skelettuhren zu vermeiden. Die vertikale Bürstung verleiht dem Ganzen eine Richtung, die polierten Anglagen fangen das Licht ein und die zwischen den Indizes platzierten sandgestrahlten Flächen sorgen für Tiefe. Die Rubine wiederum setzen farbige Akzente im Herzen dieser mechanischen Komposition. Das ist ein wichtiger Punkt. Das Uhrenskelett kann leicht zur technischen Zurschaustellung zu Lasten der Lesbarkeit werden. Hier scheint die Absicht eine andere zu sein: Die Mechanik trägt zum Design der Uhr bei, ohne ihre eigentliche Funktion vergessen zu lassen.


Die facettierten Indizes und die Zeiger behalten so eine ausreichende Präsenz über dieser komplexen Architektur. Die Indizes sind zudem mit Super-LumiNova versehen. Die Gestaltung des Modells wird Liliane Murenzi, Senior Designerin von BA111OD, zugeschrieben. Ihre Arbeit besteht genau darin, einen Rahmen zu schaffen, der stark genug ist, um das Werk optisch zu begleiten, ohne es zu erdrücken. Transparenz, Asymmetrie und der Wechsel der Verarbeitung bilden hier die wichtigsten Elemente dieser ästhetischen Grammatik. Das Ergebnis ist interessant, weil diese Chapitre 7 Skeleton nicht wirklich versucht, die klassischen Codes der eleganten Skelettuhr zu übernehmen. Sie gehört eindeutig zu einer zeitgenössischen, architektonischeren Uhrmacherkunst, in der die Mechanik selbst zu einem grafischen Element wird.
Das Soprod P024-SQ betritt die Bühne
Hinter dieser Architektur verbirgt sich ein mechanisches Schweizer Automatikwerk Soprod P024-SQ Skeleton.
Es bietet gemäß den derzeit von der Marke kommunizierten technischen Daten eine Gangreserve von 38 Stunden und zählt 25 Rubine. Es kann sowohl auf der Zifferblattseite als auch dank des transparenten Bodens auf der Rückseite betrachtet werden. Diese Wahl steht im Einklang mit der allgemeinen Philosophie der Uhr. BA111OD versucht hier nicht, ein Kaliber unter einem aufgesetzten Dekor zu verbergen: Die gesamte Mechanik wird zu einem wesentlichen Bestandteil des Erscheinungsbilds der Uhr. Die Uhr behält daneben Eigenschaften, die vollkommen mit dem Alltagsgebrauch vereinbar sind: entspiegeltes Saphirglas, eine auf 4 Uhr platzierte Krone und eine angegebene Wasserdichtigkeit von 10 ATM, also 100 Metern. Mit anderen Worten begnügt sich die Chapitre 7 Skeleton nicht damit, eine Uhr zu sein, die man betrachtet. Sie bleibt dazu bestimmt, getragen zu werden.


Stahl oder Gletscherblau
Zwei Konfigurationen werden angeboten.
Die erste setzt voll auf die Sport-Chic-Karte mit einem integrierten Armband aus rostfreiem Stahl, das die Linien des Gehäuses natürlich fortsetzt. Dieses verfügt über ein werkzeuglos nutzbares Mikroverstellsystem, ein Detail, das besonders geschätzt wird, wenn sich der Handgelenkumfang mit der Wärme verändert.

Die zweite verändert die Persönlichkeit der Uhr noch stärker mit einem Kautschukarmband in Gletscherblau in Verbindung mit einer Faltschließe. Und vielleicht ist es genau diese Konfiguration, die die Aussage dieser neuen Edition am besten zum Ausdruck bringt. Das sehr helle Blau des Armbands nimmt der Uhr deutlich an Präsenz und tritt in Dialog mit dem natürlichen Stahl. Das Ganze erhält dadurch einen viel sommerlicheren, fast aquatischen Charakter, ohne dass die Chapitre 7 dadurch zur Taucheruhr wird.

Neuchâtel als Spielfeld
BA111OD hat sich übrigens nicht damit begnügt, den Sommer zu beschwören, um diese neue Version zu begleiten. Das Haus hat sich seine Kulisse nur wenige Minuten von seiner Werkstatt entfernt geholt: am Neuenburgersee. Die Kampagne zeigt Loïc Huguenin, einen Sportler aus Neuenburg und Mitglied der «BA111OD Playmakers», den die Marke als einen der besten Schweizer Wingfoil-Spezialisten vorstellt. Im Film zum Launch übt er genauer gesagt Pump Foil aus, eine Disziplin, bei der die Bewegung des Körpers es ermöglicht, die Geschwindigkeit des Foils über dem Wasser ohne Segel, Motor oder Welle aufrechtzuerhalten.
Die Parallele zur Uhrmacherkunst wird natürlich bewusst gezogen. Körperbewegung als Energiequelle, die an das Automatikwerk der Uhr erinnern kann, Gleichgewicht, Präzision, Energie, Beherrschung der Bewegung: lauter Begriffe, die BA111OD mit der Uhrenmechanik in Verbindung bringt. Doch die Übung funktioniert vor allem deshalb, weil sie es vermeidet, die Uhr künstlich um Tausende Kilometer von ihrem Geburtsort zu entfernen. Der See ist da. Die Werkstatt auch.

Für BA111OD ist Neuchâtel also nicht nur die Adresse unter dem Logo. Die Marke ersinnt, entwickelt und montiert dort ihre Uhren und nutzt heute das sie umgebende Gebiet als Bestandteil ihrer Identität. Und im Fall dieser Chapitre 7 Skeleton bilden Wasser und Licht letztlich keine bloße werbliche Kulisse. Sie helfen dabei, die Uhr zu verstehen. Der polierte Stahl reflektiert. Der gebürstete strukturiert. Das Skelett lässt das Licht durch. Das Gletscherblau greift die Seeumgebung direkt auf. Alles fügt sich zusammen.
Eine Chapitre 7, die sich leichter zähmen lässt?
Die erste anthrazitfarbene Chapitre 7 Skeleton besitzt eine starke, fast radikale Persönlichkeit. Diese Variante in natürlichem Stahl wirkt unmittelbar zugänglicher. Heller natürlich, aber auch vielseitiger. Ohne auch nur eine einzige Linie ihrer Architektur zu verändern, gelingt es BA111OD so, eine ganz andere Wahrnehmung des Modells zu erzeugen. Das Spiel der Oberflächen wird deutlicher wahrnehmbar, die verschiedenen Ebenen des Zifferblatts treten besser hervor und die Mechanik scheint fast an Tiefe zu gewinnen. Das ist sicherlich einer der wesentlichen Reize dieser Version: Sie zeigt, wie sehr eine Oberflächenveredelung die Lesart einer Uhr verändern kann, ohne dass sich ihre Konstruktion ändert. Mit dem Stahlarmband nimmt die Chapitre 7 Skeleton voll und ganz ihren Status als zeitgenössische Sport-Chic-Uhr an. Mit dem Kautschuk in Gletscherblau nimmt sie eine entspanntere, sommerlichere Persönlichkeit an. In beiden Fällen bleibt das Werk im Mittelpunkt des Geschehens.

Preis und Verfügbarkeit
Die BA111OD Chapitre 7 Skeleton wurde für August 2026 angekündigt. Das Haus nennt folgende Preise:
- 1.125 € mit Kautschukarmband in Gletscherblau;
- 1.195 € mit integriertem Stahlarmband.
Die Marke kündigt zudem einen Preis ab 895 CHF auf ihrem Schweizer Markt an. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Zeilen präsentiert BA111OD die Chapitre 7 Skeleton nun als verfügbar, wobei die ersten Lieferungen der Sommerproduktion ab Mitte August angekündigt sind.
Eine Mechanik, die stärker atmet
Diese neue Chapitre 7 Skeleton veranschaulicht recht gut, wie BA111OD sich seit ihren Anfängen weiterentwickelt: ohne die Grundlagen der mechanischen Schweizer Uhrmacherkunst zu verleugnen, aber auch ohne davon auszugehen, dass diese zwingend nach seit mehreren Jahrzehnten etablierten Codes ausgedrückt werden müssen. Das Skelett ist hier kein Vorwand für eine klassische oder edle Uhr. Es fügt sich in ein integriertes Sport-Chic-Gehäuse, ein bewusst zeitgenössisches Design und eine Uhr, die dazu gedacht ist, den Alltag zu begleiten.

Und diese neue Stahlveredelung steht ihr besonders gut. Mit dem Verzicht auf die Anthrazit-PVD-Beschichtung hat BA111OD letztlich fast nichts verändert. Und doch scheint die Chapitre 7 Skeleton im Licht von Neuchâtel eine andere Uhr geworden zu sein.
Um die Welt von Ba111od zu entdecken
Häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um eine sportlich-elegante Uhr mit durchbrochenem Automatikwerk, die nun statt der ursprünglichen Anthrazit-Ausführung in natürlichem Stahl angeboten wird, für einen helleren, sommerlicheren Look.
Sie wird vom Soprod P024-SQ angetrieben, einem durchbrochenen Automatikwerk.
BA111OD wurde von Thomas Baillod gegründet, der die Marke im Oktober 2019 mit einem direkt an die Gemeinschaft gerichteten We-commerce-Ansatz lancierte.
Die Uhr ist mit einem gletscherblauen Armband oder einem integrierten Stahlarmband erhältlich.
Die natürliche Stahlveredelung findet ihre Inspiration an den Ufern des Neuenburgersees.



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