
Didier Bévillon ist eine zurückhaltende, aber überaus wertvolle Persönlichkeit der französischen Uhrenlandschaft. Als wahres Gedächtnis der Uhrmacherei Frankreichs hat dieser rüstige junge Mann von 80 Lenzen, fürsorglicher Vater, Großvater und Urgroßvater von 6 Kindern, ganze Generationen von Uhrmachern und Unternehmern kommen und gehen sehen, die er während einer 1961 begonnenen Laufbahn beraten und begleitet hat. In der großen Zeit der französischen Uhrmacherei stand er Fred Lip sehr nahe, und er ist heute einer der wenigen, die noch erzählen können, was sich in den 70er Jahren in Besançon wirklich abgespielt hat, denn er war selbst an den „Ereignissen “ beteiligt. Mit den berühmten „Lip “, jener spontanen Arbeiterbewegung, die die Geschichte der französischen Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung prägte, hatte er täglich zu tun. In dieser Zeit spontanen, breiten sozialen Unmuts, der unter dem Namen Gilets Jaunes (Gelbwesten-Bewegung) bekannt wurde, lohnt es sich immer, die Meinung derer einzuholen, die zu ihrer Zeit Bewegungen erlebt haben, welche die Sozialgeschichte des Landes geprägt haben. Die französische Uhrengeschichte könnte reich an Lehren sein…
Auf dieser Seite
- Welche Uhr tragen Sie während dieses Gesprächs?
- Was ist für Sie die größte Errungenschaft der Uhrmacherei?
- Welche ist Ihre Lieblingskomplikation?
- Welche Leidenschaften haben Sie neben der Uhrmacherei?
- Welches ist Ihr Traumauto?
- Welches ist Ihr Lieblingswein?
- Wie würden Sie Luxus definieren?
- Welche Marken verkörpern Ihrer Meinung nach Luxus am besten?
- Welche historische oder zeitgenössische Persönlichkeit inspiriert Sie?
- Welche Eigenschaft schätzen Sie bei anderen am meisten, und welchen Fehler bedauern Sie an sich selbst?
- Welches Zitat schätzen Sie besonders?
- Wie spät ist es?

Von 1973 bis 1989 leitete Didier Bévillon die französische Niederlassung von Longines, von 1990 bis 1997 dann jene von Raymond Weil, und von 1988 bis 2017 war er Präsident der Fédération de l’Horlogerie. Er gehört ihr bis heute als Verwaltungsratsmitglied an und bereichert mit seiner Präsenz das Komitee von Francéclat, dem er seit 1965 angehört, als es noch Promonthor hieß. Seit 2014 ist er zudem Jurymitglied des Bucherer Watch Award, der per Publikumsabstimmung den Preis für die Uhr des Jahres vergibt. Ein Anlass aus der französischen Uhrenwelt, der uns erlaubt, einen Mann kennenzulernen, dessen Klugheit nur von der Zuneigung übertroffen wird, die er bei anderen weckt.

Welche Uhr tragen Sie während dieses Gesprächs?
Ich habe das Glück, einige schöne Uhren zu besitzen, die ich sehr gerne trage. Ich wechsle täglich, je nach meinen Aktivitäten oder meiner Kleidung. An einem Tag meine Raymond Weil, an einem anderen meine Carl F. Bucherer Manero, und heute, während ich mit Ihnen spreche, trage ich einen Longines Heritage Chronographen 1940. Ein Modell, das zum 180. Jubiläum der Marke entstanden ist.

Was ist für Sie die größte Errungenschaft der Uhrmacherei?
Natürlich führen die Weiterentwicklung und die Beherrschung uhrmacherischer Hochtechnologie durch die allermeisten Marken dazu, dass wir auf dem Weltmarkt großartige uhrmacherische Meisterleistungen finden.
Blicken wir jedoch in die Geschichte der Uhrmacherei, so stellt für mich die Erfindung des automatischen Aufzugs Anfang der 1930er Jahre, also die Geburt der Automatikuhr, eine erste und große Errungenschaft dar.

Welche ist Ihre Lieblingskomplikation?
Wir stellen fest, dass zahlreiche Marken Uhren mit Komplikationen anbieten.
Ich denke, dass Richard Mille mit dem Modell Flyback-Chronograph und Roger Dubuis mit seinem Modell Excalibur Quatuor zur Spitzengruppe gehören…


Welche Leidenschaften haben Sie neben der Uhrmacherei?
Ich habe viele Leidenschaften. Ich liebe den Art déco von Gallé oder Majorelle. Die Arbeiten aus Pâte de Verre, an Möbeln oder an Gebäuden wie in Nancy.

Ich habe aber auch eine Leidenschaft für den Sport im Allgemeinen und für Rugby im Besonderen. Ich habe selbst gespielt und war bei einigen Vereinen, etwa beim PUC, in Arras, in Rouen und in Versailles. Ich habe die Ehre, Träger der Goldmedaille für Jugend und Sport zu sein.

Welches ist Ihr Traumauto?
Da werde ich nicht besonders originell sein, denn ich mag Ferrari sehr. Wegen des Images, das die Marke ausstrahlt, mit seiner starken Verbindung von Sportlichkeit und Eleganz.

Welches ist Ihr Lieblingswein?
Meine Lieblingsweine sind: Châteauneuf-du-Pape wegen seiner Kraft und Sauternes, der für die späte Lese steht.

Wie würden Sie Luxus definieren?
Luxus… Muss man ihn ausschließlich im oberen oder obersten Segment ansiedeln?
Der Verbraucher muss seine Kaufmotive und seine Wünsche bestimmen, aber auch „Impulskäufe“ berücksichtigen. Man muss die Kaufkraft des Verbrauchers bedenken. Luxus bedeutet, ein Produkt zu erwerben, das über den eigenen finanziellen Möglichkeiten liegt oder zumindest an deren oberem Ende.

Welche Marken verkörpern Ihrer Meinung nach Luxus am besten?
Für mich sind die Marken, die Luxus am besten verkörpern: Breguet, Piaget und natürlich Ferrari.

Welche historische oder zeitgenössische Persönlichkeit inspiriert Sie?
General de Gaulle, wegen seiner Liebe zu Frankreich.

Welche Eigenschaft schätzen Sie bei anderen am meisten, und welchen Fehler bedauern Sie an sich selbst?
Die Eigenschaften, die ich ganz besonders schätze, sind Aufrichtigkeit und Offenheit.
Welchen Fehler bedauere ich an mir? Himmel, wenn ich nur einen hätte…? Ich bin ungeduldig und „zu“ pünktlich. Was mein Umfeld manchmal nerven kann.

Welches Zitat schätzen Sie besonders?
Jeden Tag ein wenig mehr, „heute mehr als gestern und viel weniger als morgen“.
Wie spät ist es?
Es ist 18:09 Uhr.

Bis zum 25. November 2018 können Sie abstimmen, und zwar für die Uhr Ihrer Wahl beim Bucherer Watch Award, direkt in der Boutique oder im Internet.



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