Mitte August scheinen Uhren manchmal eine andere Art zu haben, die Zeit anzuzeigen. Die eines Flugzeugs, das man erreichen muss, eines Zuges, der Richtung Süden fährt, eines reservierten Abendessens auf einer Mittelmeerinsel oder eines Anrufs bei denen, die mehrere tausend Kilometer entfernt geblieben sind. Für diese Momente, in denen Zeitzonen aufhören, eine Abstraktion zu sein, hat NOMOS Glashütte eine besonders uhrmacherische Antwort: die Reiseuhr. Und mit ihrer kürzlich vorgestellten Club Sport neomatik Worldtimer liefert die deutsche Manufaktur heute wohl die gelungenste Interpretation davon.

Es gibt Komplikationen, die man mehr bewundert, als dass man sie nutzt. Und dann gibt es jene, deren Nutzen offensichtlich wird, sobald man eine Grenze überquert. GMT, zweite Zeitzone, Weltzeit: Hinter unterschiedlichen mechanischen Architekturen verbirgt sich derselbe Gedanke. Weiterhin wissen, wie spät es „hier“ ist, ohne die Zeit „dort“ aus den Augen zu verlieren. Ein Anliegen, das gerade in dieser Zeit „Mitte August“ besonders passend ist, wenn ein Teil der französischen Handgelenke vorübergehend die Breite wechselt, manchmal den Kontinent und, mit etwas Glück, den Rhythmus. Bei NOMOS Glashütte ist diese Übung jedoch kein Vorwand, um Anzeigen zu vervielfachen. Die deutsche Marke bleibt einer ihrer historischen Obsessionen treu: einfach zu machen, was es nicht ist.
Auf dieser Seite
- Von Glashütte in die ganze Welt
- Club Sport neomatik Worldtimer: die Uhr, die das Handgelenk im Urlaub vielleicht nie verlässt
- Ein Klick, und die Reise geht weiter
- DUW 3202: 4,8 Millimeter um die Welt
- Design nach NOMOS: viele Informationen, niemals Verwirrung
- Zürich Worldtimer: Reisen im Anzug
- Tangomat GMT: das Wesentliche, und nichts weiter
- Drei Uhren, drei Arten aufzubrechen
- Der Urlaub als bester Prüfstand
- Häufig gestellte Fragen
Von Glashütte in die ganze Welt
1990 von Roland Schwertner gegründet, ist NOMOS ein unabhängiges Unternehmen mit Sitz in Glashütte, der historischen Wiege der deutschen Uhrmacherkunst. Die Marke entwickelt und produziert dort ihre eigenen Kaliber und treibt ihre industrielle Integration sehr weit, bis hin zu ihrem eigenen Hemmungssystem, dem NOMOS Swing System.

Diese mechanische Beherrschung hat nie eine gewisse ästhetische Zurückhaltung verhindert. Im Gegenteil. Bei NOMOS zeigt sich Raffinesse gerne diskret. Genau das macht ihre Reiseuhren interessant. Statt die Komplexität ihrer Mechanik zur Schau zu stellen, versuchen sie, diese hinter einer fast instinktiven Bedienung verschwinden zu lassen. Die diesem Zweck gewidmete Kollektion umfasst heute drei Interpretationen: Club Sport neomatik Worldtimer, Zürich Worldtimer und Tangomat GMT. Drei Uhren, drei Persönlichkeiten und drei Arten zu reisen.



Und für den Sommerurlaub hat eine von ihnen ganz natürlich die Nase vorn.
Club Sport neomatik Worldtimer: die Uhr, die das Handgelenk im Urlaub vielleicht nie verlässt
2025 vorgestellt, brachte die Club Sport neomatik Worldtimer etwas, das der Welt der NOMOS Reiseuhren noch fehlte: eine echte sportliche Dimension. Der Gedanke wirkt fast selbstverständlich, sobald die Uhr am Handgelenk sitzt.

Ihr Stahlgehäuse misst 40 mm im Durchmesser bei nur 9,9 mm Höhe. Die Krone ist verschraubt, das integrierte Metallband trägt zu ihrem robusten Charakter bei, und das Ganze bietet eine Wasserdichtigkeit von 10 atm, ausreichend, um die Uhr beim Schwimmen am Handgelenk zu tragen. Zeiger, Ziffern und Indizes sind zudem mit Super-LumiNova versehen, um bei nachlassendem Licht ablesbar zu bleiben.

Hier ist also eine Worldtimer, die den Reisenden vom Flughafen zum Strand, vom Pool zur Terrasse begleiten kann, bevor sie sich zum Abendessen unter den Ärmel schiebt. Diese Vielseitigkeit verändert vieles. Denn die beste Reiseuhr ist nicht zwangsläufig die, die am meisten Informationen anzeigt. Es ist vor allem die, die man nicht ablegen muss.
Ein Klick, und die Reise geht weiter
Die Funktionsweise ist typisch NOMOS.
Um das Zifferblatt läuft eine Städtescheibe, die die verschiedenen Zeitzonen abbildet. Der Drücker bei 2 Uhr ermöglicht den Wechsel von einer zur anderen: Ein Druck lässt die Lokalzeit um eine Zeitzone vorrücken. Währenddessen behält der Zähler bei 3 Uhr die Referenzzeit über 24 Stunden bei, mit einer Tag/Nacht-Unterscheidung, die besonders willkommen ist, wenn einige tausend Kilometer den Urlaubsort vom Wohnort trennen.

Paris zu verlassen, in New York zu landen und die Uhr anzupassen erfordert somit weder ein Anhalten des Werks noch langwierige Kronenmanipulationen. Klick für Klick begleitet die Lokalzeit einfach die Reise. Vielleicht liegt genau darin der wahre Erfolg dieser Uhr: Die Komplikation verschwindet hinter der Nutzung. Ein kleines Detail verdient ebenfalls Erwähnung. Ein roter Ring erscheint an der Krone, solange diese nicht vollständig verschraubt ist. Eine besonders clevere Art, den Besitzer daran zu erinnern, dass die angegebene Wasserdichtigkeit von 10 atm natürlich voraussetzt, dass die Krone korrekt verschlossen ist.
Bei einer Uhr, die ohne Übergang von der Liege ins Wasser wechseln kann, ist diese Aufmerksamkeit alles andere als nebensächlich.
DUW 3202: 4,8 Millimeter um die Welt
Die Meisterleistung findet sich natürlich auch auf der Werkseite.
Die Club Sport neomatik Worldtimer ist mit dem automatischen Manufakturkaliber DUW 3202 ausgestattet, dessen Weltzeitkomplikation direkt in das Räderwerk integriert und nicht in Form eines zusätzlichen Moduls hinzugefügt ist.
Das Werk ist nur 4,8 mm hoch bei 31 mm Durchmesser und bietet etwa 42 Stunden Gangreserve. Diese Schlankheit erklärt größtenteils, wie es NOMOS gelungen ist, die Gesamthöhe der Uhr trotz der vorhandenen Komplikation unter der Zehn-Millimeter-Marke zu halten.

Das ist ein entscheidendes Element.
Weltzeituhren werden leicht dick. Doch die Schlankheit trägt hier ebenso zur Eleganz wie zum Tragekomfort bei. Mit ihren 9,9 mm behält die Club Sport die Proportionen einer Uhr, die man tatsächlich den ganzen Tag tragen kann. Die Jury des Red Dot Design Award hat sich dabei nicht getäuscht. In ihrer Würdigung lobte sie genau diese ungewöhnliche Verbindung aus geringer Höhe, mechanischer Komplexität und Benutzerfreundlichkeit. Die Silver-Version erhielt 2026 den Red Dot: Best of the Best, nachdem sie im selben Jahr bereits einen iF Design Award gewonnen hatte.
Zwei bedeutende Auszeichnungen innerhalb weniger Monate für eine Uhr, die erst im Jahr zuvor erschienen ist.
Design nach NOMOS: viele Informationen, niemals Verwirrung
Blieb ein Problem: die Welt auf ein 40-mm-Zifferblatt zu bringen, ohne dieses in ein Armaturenbrett zu verwandeln. Vermutlich zeigt sich genau hier, wie sinnvoll die Arbeit des Designers Michael Paul und der NOMOS Teams ist. Städtescheibe, Minuterie, Indizes, Ziffern, zentrale Stunden und Minuten, kleine Sekunde, 24-Stunden-Anzeige, Tag/Nacht-Anzeige … Die Menge an Informationen ist beachtlich. Dennoch scheint keine davon die Oberhand über die anderen gewinnen zu wollen.

Das Silver-Zifferblatt setzt so auf einen rhodinierten, sonnengeschliffenen Zifferblattgrund, einen blauen Städtering und einige rote Akzente. Der Red Dot hebt zudem die Sorgfalt hervor, die der visuellen Hierarchie und der Balance zwischen den verschiedenen Informationsebenen gewidmet wurde.
Die Komplikation wird fast grafisch. Und das ist wohl sehr NOMOS: dafür zu sorgen, dass der Nutzer zunächst die Uhr versteht, bevor er versucht, ihr Werk zu verstehen.
Zürich Worldtimer: Reisen im Anzug
Nicht jede Reise führt jedoch an einen Strand.
Für jene, deren Ziel eher Singapur, London oder Tokio ist, mit einem Hemd im Koffer und einigen Terminen im Kalender, hält NOMOS eine elegantere Interpretation der Weltzeit im Sortiment: die Zürich Worldtimer. Ihr Stahlgehäuse misst 39,9 mm im Durchmesser bei 10,9 mm Höhe. Die geschwungenen Bandanstöße, die facettierten Zeiger und das Armband aus Shell Cordovan verleihen ihr ein klassischeres Erscheinungsbild als die Club Sport. Ihre Wasserdichtigkeit beträgt 5 atm. Auch hier erfolgt der Zeitzonenwechsel per Drücker. Die Städtescheibe ist ins Zifferblatt integriert, und die 24-Stunden-Anzeige ermöglicht es, einen zweiten Zeitbezug beizubehalten.

Im Inneren schlägt das DUW 5201, ein automatisches Manufakturkaliber mit 5,7 mm Höhe, ausgestattet mit dem NOMOS Swing System und einer Gangreserve von bis zu 42 Stunden. Die Philosophie ist eine andere. Die Club Sport wirkt bereit, mit einem Polo und einem Badeanzug im Handgepäck ins Flugzeug zu springen. Die Zürich hat es lieber, wenn der Pass in der Innentasche eines Jacketts reist.

Doch beide sprechen dieselbe mechanische Sprache.
Tangomat GMT: das Wesentliche, und nichts weiter
Die dritte Reisende der Familie richtet sich wohl an jene NOMOS Liebhaber, die der historischen Schlichtheit des Hauses am meisten verbunden sind. Die Tangomat GMT übernimmt die sofort erkennbaren Linien der Tangente Familie: helles Zifferblatt, schlichte Typografie, blau angelassene Zeiger und lange, kantige Bandanstöße. Die Weltzeit zeigt sich hier durch Codes, die den Zeitzonen entsprechen, sowie durch die Anzeige der zweiten Zeitzone. Ein Druck auf den Drücker ermöglicht den Wechsel von einer zur anderen.


Ihr Gehäuse mit 40 mm Durchmesser und 10,9 mm Höhe beherbergt ebenfalls das automatische Kaliber DUW 5201. Ihre Wasserbeständigkeit von 3 atm bestimmt sie jedoch eher für Flugzeug, Zug und Städtetrips als für Wasseraktivitäten. Sie ist wahrscheinlich die intellektuellste der drei. Auch die, die der ursprünglichen Identität von NOMOS am nächsten steht: eine äußerst schlichte Uhr, die ihre Raffinesse nur dem offenbart, der sich die Zeit nimmt, sie zu betrachten.

Drei Uhren, drei Arten aufzubrechen
Genau hier wird die dem Reisen gewidmete NOMOS Kollektion interessant. Tangomat GMT richtet sich an den Puristen. Zürich Worldtimer an den Reisenden, der eine gewisse klassische Eleganz bewahren möchte. Und Club Sport neomatik Worldtimer an denjenigen, der gerne mit nur einer Uhr aufbrechen würde. Eine Einzige, um ins Flugzeug zu steigen. Eine Einzige, um den ganzen Tag in einer fremden Stadt zu laufen. Eine Einzige zum Schwimmen. Eine Einzige zum Abendessen. Und eine Einzige, um im Moment des Anrufs bei denen, die in Frankreich geblieben sind, zu wissen, ob es wirklich vernünftig ist, ihr Telefon klingeln zu lassen. Diese Letzte scheint für die Jahreszeit besonders passend. Mitte August, wenn der Anzug im Schrank bleibt, die Tage länger werden und die Terminkalender sich leeren, kann auch die hohe Uhrmacherkunst etwas von ihrer Feierlichkeit verlieren. Sie kann praktisch werden.

Der Urlaub als bester Prüfstand
Eine gelungene Reiseuhr sollte ihren Besitzer vielleicht nicht ständig daran erinnern, dass er eine Komplikation trägt. Sie sollte ihm einfach das Leben erleichtern. Genau das scheint NOMOS mit seiner neuen Worldtimer Generation verstanden zu haben. Die Mechanik bleibt raffiniert, die Konstruktion bleibt zutiefst uhrmacherisch, und die Produktion ist in Glashütte verwurzelt. Doch sobald die Uhr am Handgelenk sitzt, bleibt nur noch ein Drücker übrig, auf den man drückt, sobald das Flugzeug gelandet ist.
Mit ihrem Gehäuse von unter zehn Millimetern, ihrem Manufakturkaliber, ihrer Wasserdichtigkeit von 10 atm und ihrer Anzeige einer zweiten Zeitzone über 24 Stunden verwandelt die Club Sport neomatik Worldtimer eine traditionelle Komplikation so in eine echte Urlaubsuhr. Und erkennt man eine gute Uhr oft daran, dass sie die Technik vergessen lässt, die sie antreibt, so gelingt dieser vielleicht noch eine weitere Übung. Die Zeit vergessen zu lassen, die man gerade verlassen hat, ohne sie jemals wirklich aus den Augen zu verlieren.
Häufig gestellte Fragen
Er konzentriert sich auf drei Reiseuhren von NOMOS Glashütte: die Club Sport neomatik Worldtimer, die Zürich Worldtimer und die Tangomat GMT, die jeweils eine andere Möglichkeit bieten, die Zeit über verschiedene Zeitzonen hinweg im Blick zu behalten.
Das DUW 3202 ist das hauseigene automatische Weltzeitkaliber von NOMOS, nur 4,8 Millimeter hoch, das die Club Sport neomatik Worldtimer antreibt. Es verwendet das markeneigene Hemmungssystem NOMOS Swing System.
Eine GMT Uhr oder Zweite Zeitzone zeigt eine zusätzliche Zone neben der Ortszeit an, während eine Weltzeituhr alle 24 Zeitzonen gleichzeitig anzeigt, meist über einen Ring mit Referenzstädten.
Das Reisen bleibt einfach: Ein einziger Drücker lässt die Ortsstunde und die Referenzstadt Schritt für Schritt vorrücken, sodass ein Klick in die nächste Zeitzone führt, ohne die Uhr anzuhalten.
NOMOS Glashütte ist eine unabhängige deutsche Manufaktur, die 1990 von Roland Schwertner in Glashütte gegründet wurde, der historischen Wiege der deutschen Uhrmacherkunst. Sie entwickelt und produziert ihre eigenen Kaliber und ihr eigenes Hemmungssystem.



Schreibe einen Kommentar